Der Sprung über den eigenen Schatten…. Oder: Die Selbsttherapie

Vergangenes Wochenende habe ich mal wieder eines meiner Experimente gestartet und habe mich mal wieder einer neuen Situation ausgesetzt. Ziel des ganzen war es einfach mal wieder etwas zu wagen und besser mit meiner Umgebung zurecht zu kommen und einfach etwas offener und mutiger zu werden.

Eigentlich sollte das ganze erst im Januar und im Rahmen einer kleinen Metalparty mit vielleicht so 50 – 60 Leuten (meine eigene Schätzung wie viele etwa da sein werden) stattfinden. Aber alles der Reihe nach.

Auf die Idee mit der Metalparty kam eine Bekannte, die ich über das Internet kennen gelernt hatte und die nur ca. 40 km von mir weg wohnt. Sie hat die Party zufällig entdeckt und mich gefragt ob ich vielleicht mit ihr dort hin gehen möchte. Da sie gerne jemand dabei hätte, den sie zumindest ein bisschen kennt. Ich habe kurzerhand zugesagt ihr aber auch gleichzeitig auch gesagt, dass ich für so einen Anlass nichts passendes zum Anziehen habe. Darum haben wir uns kurzerhand letzten Samstag zum bummeln verabredet und ich hab ihr die Wahl der Geschäfte überlassen zu denen wir gehen, da ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass sie mich zu ein paar Läden mit Biker/Metal Zeug schleppen wird. Stattdessen hat sie mich schnurstracks zu einem Beate Use Laden mitten in Stuttgart geschleift, wo wir dann ein wenig bei den Dessous gestöbert haben und sie auch gleich ein paar Dinge gekauft hat. Nicht dass ich irgendwas gegen so Laden hätte oder so – oder sagen wir besser ich traue mich zwischenzeitlich in einen hinein zu gehen. Ich habe einfach nicht so wirklich damit gerechnet. Das ist alles. Aber die Verkäuferin dort war auch sehr nett und hat geholfen, wenn es nötig war. Zum Beispiel beim Erklären, wie man Strapse an einem Strumpf befestigt. Für mich war in dem Laden leider nichts dabei und auch in zwei anderen Läden in denen wir mehr zufällig waren gab es nichts passendes für mich. Erst im Laden Nummer vier habe ich mir dann zumindest ein paar Shorts gekauft, die an der Seite den Blick, dank etwas Netzstoff, auf die Haut frei geben. Eigentlich nichts besonders aufregendes aber doch schon ganz nett für den Anfang wie ich fand.\n\nEs war interessant zu sehen, was es alles in so Erotik Läden zu kaufen gibt und ich fand es auch in keinster Weise irgendwie schmuddelig oder so. Wobei ich mir bei einigen Sexspielzeugen schon ernsthaft überlegt habe, wer einen Dildo so lange wie ein Unterarm und dick wie eine Faust kauft. Zwangsweise kam mir da irgendwie ein Spruch in den Sinn, denn ich mal gehört habe. “Das ist wie eine Salami in den Flur werfen.” Kennt den zufällig sonst noch jemand?

Jedenfalls waren wir auch noch kurz eine Kleinigkeit essen – genauer gesagt gab es einen Döner, was ich sonst eher selten essen – und wir waren uns noch etwas die Gegend ansehen, da an diesem Tag auch lange Verkaufsnacht war.

Nach unserer Einkaufstour, habe ich dann auch noch einem Besuch in einem örtlichen Swingerclub zugestimmt, zu dem sie gerne mal gegangen wäre. Dazu sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, dass ich sie eigentlich von einer Erotik Seite kenne, bei der ich mich vor über einem Jahr mal wegen dem Kunstbereich angemeldet hatte und mir ein paar Zeichentipps holen wollte.

Wegen dem Clubbesuch war ich schon ziemlich nervös aber das hat sich bald gelegt, nachdem wir drin waren – zumindest ging es auf das normale Maß zurück. Es hat sich dort auch mal wieder gezeigt, dass ich mir im Vorfeld viel zu viele Gedanken mache, denn die Leute dort waren alle wirklich sehr nett und überaus höflich, was es mir vermutlich etwas einfacher gemacht hat mich vor allen anderen anwesenden umzuziehen, wobei es da alle nackt waren auch irgendwie schon fast wieder normal war…

Im Club selbst war die Atmosphäre sehr entspannt und alle haben sich nett unterhalten und es gab auch ein paar leckere Sachen zu essen und genug zu trinken für alle. Wir haben uns nett mit einem Pärchen aus Karlsruhe unterhalten und uns die verschiedenen Zimmer des Clubs ein wenig angesehen. Ich war wie immer ziemlich ruhig und bin meiner Bezugsperson, der Bekannten von mir, nicht von der Seite gewichen, da ich mich nicht wirklich alleine irgendwo hin getraut habe. Auch als sie ein paar mal Sex mit Kerlen hatte bin ich in der Nähe geblieben und hab die anderen Paare beobachtet oder die Deko angesehen. Es war eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre und die anderen Paare haben immer wieder kleinere Witze gerissen etc. Es war wirklich lange nicht so verrucht wie ich bis dahin immer dachte.

Ich selbst war sehr artig und hatte, wie so oft, überhaupt nicht das verlangen nach Sex. Es gab vielleicht ein oder zwei Situationen wo es in meinem Unterleib kurz ein leichtes Kribbeln gespürt habe um ehrlich zu sein, mehr aber auch nicht. Das einzige was ich gemacht habe, war eine gegenseitige Rückenmassage mit meiner Begleiterin, was ich auch sehr genossen habe. Eigentlich ist es ja auch nichts schlimmes, wenn man keine Lust auf Sex hat, aber andererseits mache ich mir auch etwas Sorgen. Ist es denn in Ordnung, wenn um einen herum 8 Leute oder so Sex haben, sich Küssen und streicheln und man selbst davon nicht erregt wird, sondern nur am Rand der Liegewiese sitzt und vielleicht mal ein Gummi reicht während man überlegt, wie viel die Dekobeleuchtung mit ihren LED Streifen und Lichteffekten gekostet hat?

Wie dem auch sei, es war ein sehr nette Nacht und gegen später. Vermutlich irgendwie so was um 23 Uhr herum, bin ich dann auch langsam etwas aufgetaut nachdem ich mich zu ein paar älteren Männern gesellt habe die von ihren sexhungrigen Frauen geflüchtet sind und lieber ihr Bierchen geschlürft haben. Mit denen habe ich mich sehr nett unterhalten und auch viel gelacht. Ich bin wirklich etwas mehr aus mir heraus gekommen und bin später sogar noch eine Weile ziemlich Wild über die Tanzfläche gesprungen als angefangen wurde Rockmusik zu spielen. Das ist eigentlich auch nicht so meine Art. Normalerweise sitze ich, wenn dann eher am Rand und höre nur zu – vorzugsweise von einer dunklen Ecke aus, in der mich niemand sieht.

Als wir dann um 4 Uhr raus gegangen sind, hatte ich ein wirklich gutes Gefühl, dass mir der Tag geholfen hat wieder etwas … hmm…. sozialverträglicher zu werden und mich mehr zu trauen. Was meine seltsame Sexualität angeht hat es wohl eher nicht geholfen aber es hat mich zumindest mal wieder etwas zum Nachdenken gebracht und ich konnte meinen Horizont ein wenig erweitern.

Ich bin gespannt, wo mich meine Zukunft noch so alles hin führen wird.

In diesem Sinne…. Bis bald.